Denkmalvermessung der Elisabethenkirche in Basel | 01.11.2019

Die Elisabethenkirche gilt als die bedeutendste neugotische Kirche der Schweiz und stellt gleichzeitig in Architektur und Ausstattung ein Zeugnis des Historismus dar. Die von Christoph Merian und Margarethe Merian-Burckhardt gestiftete Kirche wurde von 1857 bis 1864 erbaut.

Denkmalvermessung, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG
3D, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG
3D-Modell, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG
3D-Modell, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG
Vermessung mit Oktokopter, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG
Photogrammetrie mit Oktokopter, Elisabethenkirche in Basel, HMQ AG

    Die HMQ AG leistet zur Denkmalvermessung und im Zusammenhang mit der anstehenden Restaurierung der Elisabethenkirche in Basel einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Baubestandes. Die Fassaden wurden mittels Drohnenvermessung photogrammetrisch erfasst.

    Denkmalvermessung der Aussenhülle Elisabethenkirche in Basel durch die HMQ AG

    Die aus der Drohnenaufnahme mittels Photogrammetrie generierten Orthotofos bilden die Grundlage für eine stein- und fugengerechte Fassadenauswertung. Insgesamt sollen über 60 Fassadenansichten und -abwicklungen als detailgetreue 2D-CAD-Daten für die Restaurierung der Kirche erarbeitet werden. Die Plangrundlagen dienen zurzeit im Zusammenhang  von Bausicherungsmassnahmen sowie zur Material-, Schadens- und Massnahmenkartierung.

    Nachdem am Turmhelm 2006 lose und herabfallende Teile festgestellt worden waren, entschied der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt auf Empfehlung der Bausachverständigen regelmässige Zustandskontrollen und eine erste systematische Analyse mittels Objektbekletterung ausführen zu lassen. Auf die Dringlichkeit einer umfassenden Instandstellung verwiesen weitere Bauschäden, die im Winter 2010/11 an Turmhelm und Ostfassade registriert worden sind. Um den Schadensverlauf zu beobachten und absturzgefährdete Bauteile zu sichern bzw. zu entfernen, sind die Bauzustandsanalysen seit 2017 auf das ganze Objekt ausgeweitet worden und erfolgen an Turmhelm und Oktogon zurzeit alle 3-4 Monate.

    Aufgrund der voranschreitenden Zunahme der Substanzschäden wurde der Turmhelm mittels einer Spannseilkonstruktion vierfach umgurtet und das Kirchengeläute abgestellt. Auf diese Weise konnte den in dieser Höhe auf das Bauwerk wirkenden horizontalen Kräften wie Windlast, Schwingung durch Kirchengeläute, und weiteren Erschütterungen entgegengewirkt werden. Das System und die Vorspannkraft von 5-7 kN werden jährlich geprüft. Einzelne Masswerkfelder im Turmhelm und im Oktogon wurden durch Zangenkonstruktionen aus Kantholz stabilisiert und die kritische Partie mit Netzen gegen das Herabfallen von Bauteilen gesichert.

    Sanierungskonzept und Restaurierungen

    Die letzte Restaurierungskampagne wurde vor rund 25 Jahren durchgeführt. Jetzt wurde wieder an einem Sanierungskonzept erstellt. Die Instandstellungskosten werden auf 13,2 Millionen Franken geschätzt. Restauriert werden soll dabei die ganze Kirche, dies in Etappen, damit der Betrieb der Offenen Kirche Elisabethen aufrechterhalten werden kann.

     

    Referenz: Basel BS, Elisabethenkirche
    News: Nach dem Grossmünster in Zürich nun die Elisabethenkirche in Basel

    Autor: HMQ AG

    Foto: HMQ AG