Sanierung eines denkmalgeschützten Reihenflarz | 16.01.2014

Denkmalvermessungen der HMQ AG ermöglichen die Sanierungsarbeiten vom Reihenflarzhaus in Hittnau-Dürstelen.

Aussenansicht Reihenflarz
Gebäudeaufnahmen mittels Lasermesstechnik
Frontansicht Reihenflarz
Gebäudeaufnahme mittels Lasermesstechnik

    Mit dem Reihenflarz in Hittnau-Dürstelen soll eines der wichtigsten historischen Bauten im Zürcher Oberland saniert werden. Dieses Flarzhaus ist ein weitgehend erhalten gebliebenes Bohlenständerhaus aus dem 16./17. Jahrhundert. Das geräumige, dunkle Haus, bestehend aus vier eigenständigen Einheiten steht heute unter Denkmalschutz und soll in seiner Bausubstanz erhalten und für neue Nutzungen saniert werden. Die Denkmalvermessung der HMQ AG bildet die Basis für die Sanierungs- und Renovationsarbeiten.

    Der Reihenflarz als historisches Gesamtkunstwerk

    Flarz nennt man im Zürcher Oberland die engen, flachwinkligen, aneinandergereihten Holzhäuschen der damaligen Kleinbauern und Heimarbeiter. In den meisten heute noch bestehenden Flarzhäusern gehörten Spinnräder und Webrahmen zum Inventar. Denn seit dem 16. und 17. Jahrhundert, als die sogenannte protoindustrielle Produktion schnell wuchs, wurde auf dem Land gesponnen und später gewoben. Diese Heimarbeit diente den Kleinbauern als sicheres Einkommen bis zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Zeuge dieser Vergangenheit ist dieser historisch, zweigeschossige Reihenflarz in Hittnau-Dürstelen.

    Eine Gemeinde aus der herrschaftlichen Zeit im Mittelalter

    Die Gemeinde Hittnau liegt an der Verbindungsstrasse von Glattal ins Tösstal oberhalb des Pfäffikersees. Diese Gegend wurde bereits in alemannischer Zeit besiedelt und gehörte im 12. Jahrhundert der Grafschaft Kyburg an. Heute bildet eben dieser Reihenflarz den Dorfkern der Gemeinde Hittnau-Dürstelen und steht im Zentrum des Weilers eines steil abfallenden Gässchens. Als einer von vielen historischen Bauerngütern, die heute unter Denkmalschutz stehen, blieb seine Bausubstanz grösstenteils bestehen. Erste und grössere Umbauten am Gebäude fanden erstmals Anfang des 18. Jahrhunderts statt und zogen sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts hin. 

    Denkmalvermessung vom Reihenflarz mit Lasermesstechnik

    Im Auftrag der Archäologie und Denkmalpflege Zürich, die den Erhalt solcher historischen Bauten unterstützt, hat die HMQ AG das uralte Bohlenständerhaus umfassend mittels Lasermesstechnik millimetergenau erfasst und berührungslos dokumentiert. Daraus entstanden sind Grundrisspläne, Schnittpläne mit detaillierten Ansichten und Fassadenpläne. Diese detailgetreuen Gebäudeaufnahmen dienen der Bestandesaufnahme und als Beurteilungsgrundlage weiterer Umbaumassnahmen.

    Im Rahmen einer zukünftigen Sanierung sollen die Fassaden, das Dach und die Ökonomieräume umgebaut, saniert und wieder in den barocken Zustand zurückgebaut werden. Die Sanierung muss kunsthistorische Vorgaben berücksichtigen und aus visueller und technischer Sicht eine nachhaltige Wirkung erzielen. Referenz der HMQ AG: «Reihenflarzsanierung, Hittnau-Dürstelen»

    Autor: HMQ AG

    Foto: HMQ AG